Pressespiegel
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12.12.2011
Theater Couturier
Gänsefüßchen
Begründung der Jury zur Nominierung für den Ikarus 2011, Berlin
Mit am Arm eingehängtem Korb, Gummistiefeln an den Füßen und Strohhut auf dem Kopf singt die Gärtnerin zur Einstimmung die erste Strophe des Volkslieds „Drunt in der grünen Au, steht a Birnbaum so blau“. In dem Lied wird geschildert, wie am Baum ein Zweig wächst, darauf ein Nest entsteht, darin ein Ei liegt, daraus ein schöner Vogel wird. Die Gärtnerin betritt ihren kleinen Garten und findet überraschend ein großes Gänseei. Wenn eine Gärtnerin in ihrem Garten ein Gänseei findet, verändert sich die Welt. Was tun mit dem Ei? Erst mal bewahren, dass es nicht zerbricht. Doch plötzlich fängt das Ei an, wie toll über Stock und Stein zu rollen. Wie kann das geschehen? Ein Küken ist im Ei! Es muss wieder eingefangen und beruhigt werden. Aber das Umherrollen war noch gar nichts! Plötzlich knackt die Schale, sie bricht und aus dem Ei ragen zwei gelbe Gänsefüßchen heraus. Jetzt geht es erst richtig los! Das Ei hüpft und tollt durch den Garten. Es ist nicht mehr zu bremsen. Dann ist es soweit: Die Eischale bricht entzwei und das gelbe Gänseküken schlüpft ganz aus dem Ei. Klein, ängstlich und schutzbedürftig kuschelt es sich in die schützenden Hände und Arme der fürsorglichen Gärtnerin. Doch nicht lange, denn jetzt wird es neugierig und beginnt die Welt zu entdecken. Die Erde, die Blumen, den Schmetterling, die duftenden Kräuter, das Wasser, den Fisch und vor allem sich selber, wie es schnattern, rennen und mit den Flügeln schlagen kann. Die Gärtnerin hat plötzlich alle Hände voll zu tun: Versorgen, beschützen, Futter finden, Nest bauen, im Wasser planschen lassen und aufmerksam hinter ihm her sein, wenn das Küken auf Entdeckungsreise geht. Doch das Küken hört bald das Geschnatter vorbeiziehender Wildgänse am Himmel. Da wird die Sehnsucht mitzufliegen größer, als die Lust, im Garten der Gärtnerin im Teich zu planschen und ihr Streiche zu spielen. Das Gänschen “Gänsefüßchen” kann sich nicht mehr zurückhalten und fliegt zusammen mit den anderen in ferne Länder, die sich jenseits des Gartens befinden. Was kann da die Gärtnerin noch machen? Singen! Einfach singen! Und so singt sie den Kindern zum Schluss das ganze Lied vor, von dem Birnbaum in der grünen Au, an dem ein Ast wächst, daran ein Zweig ist, darauf ein Nest entsteht, darin ein Ei liegt und daraus ein Vogel schlüpft mit wunderschönen Federn.

Aus der Begründung der Jury In Begleitung eines Musikers, der die Aufführung mit Melodien und Geräuschen bereichert, singt die Gärtnerin die erste Strophe des Volkslieds „Drunt in der grünen Au”. Sie betritt ihren Garten und findet ein Gänseei. Liebevoll und immer für die kleinen Zuschauer spielend, nimmt sie die Aufgabe auf sich, ein wild gewordenes Gänseei und später ein neugieriges Gänseküken im Zaum zu halten und darauf zu achten, dass ihm in seinem Ungestüm nichts geschieht. Originelle Verwandlungen, wie z.B. ihres Regenschirms in einen Brunnen, unterstützen Witz, Humor und Heiterkeit der Inszenierung. In der wunderbaren Geschichte über das Schlüpfen eines Kükens und dessen Großwerden unter einer aufmerksamen Obhut, zeigt die Inszenierung hervorragend die Lebenswirklichkeit der kleinen Kinder.