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13.02.2014
Hildesheimer Allgemeine
Sterntaler
Der Weg zurück ins Kinderland

Bezaubernde "Sterntaler" bieten im theo des Stadttheaters einen leisen Gegenentwurf zur Realität

Von Andreas Bode

HILDESHEIM.
Das muss man erst mal hinbekommen: Es war zeitweise mucksmäuschenstill im theo des Stadttheaters. Dabei saßen etwa 40 Kinder im Alter um die vier Jahre im Zuschauerraum. Es war Anke Berger vom gleichnamigm Theater aus Braunschweig, der es mit derm Märchen-"Die Sterntaler" nach den Brüdern Grimm bei der Kindertheaterwoche gelang, die jungen Besucher so sehr in ihren Bann zu ziehen.

Margrit Gysins Inszenierung der "Sterntaler" arbeitet mit einfachen Mitteln. Und gerade das macht sie so besonders. Leiser Glockenklang markiert den Beginn der etwa halbstündigen Vorstellung. Anke Berger - dunkel und schlicht gekleidet, mit Stirnband, für Kostüme und auch Dramaturgie ist Bärbel Rabold zuständig betritt den Raum durch die hintere Tür, geht nach vorn. Mitgebracht hat sie Steine. Zu jedem weiß sie eine kleine Geschichte, und jeden verschenkt sie ins Publikum.
Das führt geschickt zum Märchen "Die Sterntaler", in dem ja ein armes Mädchen Menschen beschenkt, die noch weniger haben. Berger erzählt nicht nur, von ihr stammen auch die schlichte Bühne, die das Motiv Sterne aufgreift, und die Figuren. Denn das Mädchen ist - äußerst reizvoll - eine Handpuppe, Steine stellen die anderen Kinder dar. Gesprochen, geheimnisvoll und lebendig zugleich, werden sie alle von Anke Berger. Klar, dass es auch zu schneien beginnt: Schneeflocken, die freuen und frieren machen, und goldene Sterntaler, von denen es am Schluss für jedes Kind einen gibt.
Gerade das Leise des Erzählens, die schlicht gehaltenen Figuren, die der Phantasie Raum lassen, sind es, die das Bezaubernde dieser Produktion ausmachen. Berger trifft genau den richtigen Ton. Da ist nichts albern Kindisches, so wenig wie Kitsch. Sie nimmt vielmehr die Kinder - im übertragenen Sinn - an die Hand und zeigt ihnen eine andere Welt. Die nicht unbedingt besser als die alltägliche ist, sondern anders. Ein Gegenentwurf zur Realität, ohne den das Leben um vieles ärmer wäre.