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07.12.2012
Neuerkeröder Blätter
Die Suche
Im Gestrüpp von Schuld und Suche
"Die Suche", das neue Stück des Neuerkeröder "Theater Endlich" im LOT-Theater Braunschweig nimmt Aspekte des Grimm'schen Märchens, "Die sieben Raben" zum Anlass, seine Zuschauer quasi an die Hand zu nehmen, mit ihnen auf der nahezu ohne Stellage auskommenden Bühne auf eine Suche zu gehen. Video-Szenen lassen Gestrüpp durchstreifen oder sich in einem Großstadtlichtermeer verlieren. Beeindruckende Portrait-Sequenzen schaffen unausweichbare Nähe zwischen Darstellern und Zuschauern. Die Handlung des Märchens ist ein Drama. Schuld und Selbstfindung sind die großen Themen, aber auch Verlust, Sehnsucht, Erlösung und Wandel. Zur Handlung: Ein Mädchen wächst ohne das Wissen auf, dass sie ihre Brüder, die durch den Fluch des Vaters ihretwegen in Raben verwandelt wurden, verloren hat. Als sie es dann zugetragen bekommt, fühlt sie sich schuldig. Sie wandert über die Erde zu Sonne, Mond und Sternen. Ein winzig kleines Stühlchen, das sie sich umgehängt hat, ein kleiner Krug, symbolisieren die Zeit- Rast- und Ruhelosigkeit bei der Suche nach sich selber. Einsamkeit. Den eigenen Weg gehen. Die Sonne ist hämisch und heiß, der Mond abweisend und aggressiv zu ihr. Lediglich die Sterne helfen ihr und geben ihr einen Knochen als Schlüssel für den Glasberg, in dem sie ihre Brüder finden könne. Als das Mädchen, großartig durch Jelena Bernhofen interpretiert, ihn verliert, schneidet es sich in seiner Not einen Finger ab und öffnet damit den Glasberg. So erlöst sie ihre Brüder, die dort vom Zwerg, wunderbar skurill Detlef Frühling in seinem Kostüm, bewacht wurden. Die Geschichte sucht nach Wurzeln und Beziehungsnetzen.

Die zwölf Schauspieler des Ensembles arbeiten mit Mimik und Körpersprache ausdrucksstark auf ihrer Bühne. Sprache, Text ist untergeordnet. Da gibt es viele ruhige Szenen, die in ihrer Emotion unter die Haut gehen, beispielsweise, wenn die Mutter (Henny Beese) dem Säugling das Bettchen bereitet oder der Vater (Holger Denecke) ihm das Fläschchen reicht. Die Regie führt Anke Berger. Die Videos wurden mit Mirja Lendt von der HBK produziert. Masken und Requisiten hat das Ensemble selbst erstellt.

Weitere Aufführungen: 8., 13., 20. und 21 Dezember jeweils um 20.00 Uhr. Am 9.12. spielt das Ensemble um 17.00 Uhr, am 12. und am 18. 12. um 11.00 Uhr. Kartenreservierung unter 0531 173 03.