Pressespiegel
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28.02.2004
Braunschweiger Zeitung
Sonne im Gesicht
Sonne im Gesicht
... In einem kleinen feinen Schattenspiel scheint auf witzige Weise die schulische Vergangenheit auf. Das mit Tüchern und Bastgeflecht variierende Bühnenbild scheint Hitze, Lehm und Staub Afghanistans zu atmen, macht die Enge des zum Gefängnis gewordenen Hauses durch geschickte Lichtführung spürbar. Schön gelingen poetische Momente wie das Sonneschöpfen, aber auch Schreckensbilder wie der Einbruch eines langbärtigen Taliban-Wüterichs ins eigene Haus. Aber selbst diesen vernagelten Fanatikern wird das Menschliche nicht gänzlich abgesprochen... Anrührend vor allem, wie die Mädchen trotz ihrer hoffnungs- losen Lage immer wieder doch auch jung sind, Kinder fast. Lebenslustig. Wie sie kichernd unter der Burka mit blauen Pumps kokettieren, wie sie beim Knochensammeln mit einem Schädel Hallodri treiben. Wie die Schwestern sich anzicken und Parvana - als Junge - plötzlich genüsslich klar wird, nun könnte sie ja sogar ihre Schwester verkaufen. Wie kommen sie bloß raus aus diesem gottverdammten Martyr- ium ?

Martin Jasper, Braunschweiger Zeitung, 28. 02. 2004