Pressespiegel
theater logo Produktionen RegieFigurenbau Workshop Über uns Förderer KontaktPresse
01.06.2007
Braunschweiger Zeitung
Kindertagesstätte Schwedenheim
Auf der Suche nach dem kreativen Potenzial
WESTLICHERRING. Theater spielen im sozialen Brennpunkt - das ist weit mehr als sinnvolle Freizeitbeschäftigung mit Kindern, die zum Teil unter problematischen Verhältnissen aufwachsen. Das ist sozialpädagogische Arbeit in ausgeprägter Form, freilich mit spielerischen Ansätzen, aber vor allem mit therapeutischem Hintergrund. "Wir helfen den Kindern, an ihren Kreativfundus heranzukommen", sagt Anke Berger und weiß aus Erfahrung, dass Kreativität bei Kindern aus ärmeren Verhältnissen oftmals nicht so leicht zu wecken ist. "Vielen Kindern fehlen die Anregungen." Anke Berger ist freiberufliche. Puppenspielerin, tritt auch mit eigenen Produktionen im Figurentheater Fadenschein auf. Die 47-Jährige leitet außerdem seit drei Jahren die Theatergruppe im Schwedenheim, der Kindertagesstätte mit Krippe und Hort in der Hugo-Luther-Stra-ße, bei den Hortkindern ist das Interesse an der Theatergruppe groß"; erläutert Kita-Leiterin Petra Klügel. Deshalb wurde für die anderen Kinder als zusätzliches, offenes Angebot alle 14 Tage donnerstags (der nächste am 7. Juni, 15 Uhr) ein Kinder-Kulturklub eingerichtet, der von allen Bewohnern des westlichen Ringgebiets zwischen 10 und 15 Jahren besucht werden kann und ähnliche Kreativübungen zum Inhalt hat. An der 2004 vom Kulturinstitut der Stadt initiierten Theatergruppe können jedoch nur 10 bis 12 Kinder zwischen 6 und 14 Jahren teilnehmen. "Die Begrenzung hat sich bewährt", sagt Anke Berger. Entstanden ist eine Gruppe aus Mädchen und Jungen unterschiedlichen Alters, die durch die Arbeit zusammengewachsen ist. "Die Kinder fühlen sich wie in einem geschütztem Rahmen, in dem sie einander auch Erlebnisse erzählen, die sie sonst niemandem erzählen würden." Aber ihnen wird auch Disziplin abverlangt, etwa stetige Teilnahme und Konzentration, aber es gibt auch Zeit zum Erzählen. "Wir haben festgestellt, dass die Regelmäßigkeit der Theatergruppe bei den Kindern für emotionale Stabilität sorgt", sagt Anke Berger. Geplant ist jetzt eine Rollenspiel-Aufführung des Märchens "Hansel und Gretel". Dass die Kinder an dem Stück mitgewirkt haben, wird an Kostümen und Dialogen der Figuren erkennbar. Im Oktober soll Premiere sein. Doch nicht alles, was die Kinder wöchentlich einstudieren, ist zur Aufführung bestimmt. Viele Übungen sollen ihnen speziell helfen, ihr Potenzial besser auszuschöpfen, ihre Neugier zu wecken und Selbstvertrauen zu entwickeln

Karsten Mentasti, Braunschweiger Zeitung , 1. Juni 2007